Nachhaltigkeit Homeoffice

Die Arbeitswelt ist in den vergangenen beiden Jahren hybrider geworden. Viele Angestellte arbeiten remote von zuhause aus. Da stellt sich die Frage, wie sich dies auf den CO2-Fußabdruck der Unternehmen auswirkt und ob dies "grüner" bzw. nachhaltiger ist.

Der Klima- und Nachhaltigkeitsexperte Björn Bröskamp hat sich eingehend mit diesem Thema befasst. Laut ihm besteht in den Firmen Reduktionspotential bei den Emissionen durch den vermehrten Einsatz von Arbeitskräften im Home-Office - allerdings müssen eine Reihe von Faktoren berücksichtigt werden, damit die positiven Effekte größer sind als die negativen.

 

Hierbei gilt es demnach u.a. Folgendes zu berücksichtigen:

  • Emissionstreiber in den Unternehmensbilanzen, wie z.B. Anfahrten der Mitarbeiter, Geschäftsreisen, Heiz- und Stromkosten, fallen nicht weg, sondern verlagern sich nur anders
  • viele Einflußfaktoren auf den CO2-Fußabdruck liegen nun außerhalb des Einflußbereichs der Unternehmen (z.B. die Energie- und Internetversorgung in den Homeoffices, der Umgang mit Ressourcen und Abfall etc.)

Vor allem in Betrieben, bei denen normalerweise ein Großteil der Angestellten mit dem Auto ins Büro kämen, ist damit die positive Auswirkung von Remote-Working enorm. Dagegen "verpuffen" viele bereits durch das Unternehmen umgesetzte Klimaschutzmaßnahmen, wie z.B. Ökostrom und nachhaltige Wärmeerzeugung, durch den indivduellen und sehr unterschiedlichen Umgang mit Ressourcen auf privater Ebene de Mitarbeiter.

Damit die positiven Effekte der hybriden Arbeitsweise überwiegen, bedarf es daher genaue Richtlinien und Vorgaben sowie eine unternehmensweite Klimaschutzstrategie, die von den Angestellten auch mitgetragen wird.

Dies führt dazu, dass Unternehmen, die eine aussagekräftige CO2-Bilanz haben möchten, auch die ausgelagerten Emissionen im Blick haben und sinnvoll messen bzw. reduzieren müssen. Am besten eignet sich dazu eine Umfrage bei den Mitarbeitern im Homeoffice, in der u.a. der Stromverbrauch für den Arbeitsplatz (inkl. Peripheriegeräte) sowie die Beleuchtung und Heizung erfasst wird. Auf Basis dieser Einflüsse kann dann ein durchschnittlicher Emissionsfaktor mit der Referenzeinheit pro Mitarbeitende pro Tag errechnet werden.

Im Zusammenhang mit den neuen Arbeitsplatzmodellen haben auch Videokonferenzen in jüngster Vergangenheit stark zugenommen. Studien haben gezeigt, dass hochauflösende Konferenzsysteme mehr als 600 g CO2 pro Stunde verursachen (was drei Kilometer Fahrt mit einem Mittelklassewagen entspricht) und Online-Videos insgesamt 300 Millionen Tonnen CO2 im Jahr erzeugen (das ist etwa ein Prozent der globalen Emissionen) - Tendenz steigend.

Als echtes "grünes" Potential können Unternehmen hingegen die Einsparungen durch weniger genutzte Büros sehen. Das durch verminderte Kosten bei Bereitstellung von Büromaterialien sowie Strom- und Heiizkosteneinsparungen entstehende Budget kann jetzt z.B. sehr gut in nachhaltige Klimaschutzmaßnahmen investiert werden.

 

Den vollständigen Artikel finden Sie hier.